Kinder- und Jugendreha

Zentrum für Kinder- und Jugendrehabilitation

Im Kinder- und Jugendreha Zentrum der Müritz Klinik können sich Kinder und Jugendliche mit Nierenerkrankung und nach Nierentransplantation sowie ihre Angehörigen vom Alltag erholen, nach einer Krankheitsphase regenerieren und sich auf die neue Lebensphase vorbereiten.

Im Mittelpunkt der Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen sowie ihren Angehörigen stehen der Ausgleich physischer und mentaler Einschränkungen sowie das Erlernen eines an Erkrankung und Transplantation sowie Immunsuppression angepassten Lebensstils. Durch eine Nierenerkrankung, bspw. im Rahmen einer zu beginnenden Nierenersatztherapie (Hämo- oder Peritonealdialyse), kann die physische Leistungsfähigkeit spürbar eingeschränkt werden. Auch längere Krankenhausbehandlungen und eine Organtransplantation können mit erheblichen Beeinträchtigungen der Physis einhergehen. 

In der stationären Rehabilitation wird dieses muskuläre und konditionelle Leistungsdefizit ausgeglichen. Durch einen an die individuellen Einschränkungen angepassten Behandlungsplan wird die physische Leistungsfähigkeit stufenweise aufgebaut, um für jedes Kind und jeden Jugendlichen ein optimales Leistungsniveau zu erreichen. Die Therapiemaßnahmen umfassen das gesamte Spektrum der physio-, ergo- und sporttherapeutischen Behandlung, so dass durch einen auf die individuellen Defizite ausgerichteten Behandlungsplan optimaler Leistungsaufbau erfolgen kann. Auch neurologische Defizite, beispielsweise Muskelparesen durch Nervenschädigungen, werden durch die Integration physikalischer Anwendungen, wie Reizstromtherapie adressiert, um die neuronale Regeneration zu fördern und somit die funktionellen Einschränkungen zu beseitigen.

Durch die Ausrichtung des Kinder und Jugendreha Zentrums am Konzept der familienorientierten Rehabilitation (FOR) erfahren auch die Angehörigen eine individuelle Rehabilitation, wodurch den physischen und mentalen Belastungen des gesamten familiären Umfelds Rechnung getragen wird. Eltern und Geschwister können als ganze Familien einen Reha-Aufenthalt wahrnehmen und dabei individuelle Leistungsdefizite und Einschränkungen ausgleichen. Durch den familienorientierten Ansatz wird jedoch nicht nur die physische und mentale Stabilität jedes einzelnen Familienmitglieds gefördert, sondern auch die familiären Bindungen gestärkt, wodurch die Familie als Ganzes und als Fundament für die kindliche und jugendliche Entwicklung gestärkt wird.

Ein weiterer Schwerpunkt der medizinischen Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen in der Müritz Klinik liegt in der Vermittlung eines an die (neue) gesundheitliche Situation angepassten Lebensstils. Zum Einen resultieren aus einer Nierenerkrankung, Dialyse oder Organtransplantation mit Immunsuppression Anforderungen, die bei der weiteren Lebensführung beachtet werden sollten. In der Müritz Klinik erfolgen umfangreiche ärztliche, ernährungstherapeutische und sozialmedizinische Schulungen, wodurch ein sicherer Umgang mit Erkrankung, Dialyse (Hämo- oder Peritonealdialyse) sowie Transplantat und Immunsuppression erlernt wird. Zum Anderen werden durch die Wissensvermittlung auch Ängste und Unsicherheiten, die aus der neuen gesundheitlichen Situation resultieren, abgebaut. Dadurch wird das Vertrauen in die Stabilität der eigenen Gesundheit gestärkt, wodurch die Rückkehr in den Alltag gefördert wird.

Auch in der stationären Rehabilitation, insbesondere bei Nierenersatztherapie sowie in der frühen Phase nach Transplantation, ist eine engmaschige medizinische Überwachung  unerlässlich. In der Müritz Klinik werden Sie von erfahrenen Pädiatern, Transplantationsmediziner und Pflegefachkräften betreut. Die Erkrankungen, die Dialyse und Organtransplantation werden durch regelmäßige Laborkontrollen fortlaufend überwacht und die medikamentöse Therapie, einschließlich der Immunsuppression, eingestellt. Darüber hinaus werden Begleiterkrankungen, beispielsweise Diabetes mellitus oder Fettstoffwechselstörungen, diagnostisch erfasst und gegebenenfalls Lebensstil-modifizierende oder medikamentöse Behandlungen eingeleitet. Die medizinische Therapie erfolgt dabei stets in enger Abstimmung mit den betreuenden Nephrologen und Transplantationszentren, so dass die ständige Überwachung durch die betreuenden Ärzte am Heimatort sowie den Transplantationszentren während der gesamten stationären Rehabilitation uneingeschränkt gewährleistet ist.

Die medizinische Rehabilitation ist ein wichtiger Schritt in der Rekonvaleszenz nach einer längeren Krankheitsphase sowie nach Organtransplantation und Lebendspende, stärkt die physische und mentale Leistungsfähigkeit und fördert die Rückkehr der Kinder und Jugendlichen in das familiäre und schulische Lebensumfeld.

Die Zimmer

Die Unterbringung erfolgt in geräumigen Zimmern mit Dusche und WC, inklusive Fernseher und kostenfreier Nutzung von Telefon und WLAN. Die Betten werden individuell nach Wunsch gestellt. Alle Zimmer verfügen über einen Balkon, welcher einen wunderbaren Blick in die Natur bietet.

Behandlungsspektrum

  • Nierenerkrankungen
  • Niereninsuffizienz
  • Nierentransplantation
  • Lebendspende

Leistungsspektrum

  • Ärztliche und Pflegerische Betreuung
  • Physiotherapie
  • Physikalische Therapie
  • Manuelle Therapie
  • Medizinische Trainingstherapie
  • Sportangebot
  • Ergotherapie
  • Ernährungstherapie
  • Psychologische Betreuung
  • Sozialdienstberatung
  • Freizeitgestaltung  
  • Entspannungstechniken erlernen
  • Yoga für Kinder

Sport- und Physiotherapie

Schrittweise werden die Kinder und Jugendlichen an eine normale körperliche Aktivität herangeführt. Spielerisch wird durch gezielte therapeutische Maßnahmen die Kondition aufgebaut und Bewegungsfreude vermittelt. Gleichzeitig dient dies zur Förderung der Koordination.

Das Ziel ist, Selbstvertrauen zu seinem eigenen Körper und zu sich als Persönlichkeit im Hinblick auf Belastungsstärke zu gewinnen. (z.B. Welche Sportarten kann ich ausüben? Wie kann ich wieder aktiv am Leben teilnehmen?)

Psychologie

In Gruppentreffen mit anderen betroffenen Kindern oder Jugendlichen eures Alters:

  • lernt ihr, wie ihr mit eurer Krankheit und der Transplantation besser umgeht
  • trefft ihr auf andere Kinder, die auch eine Transplantation hinter sich haben
  • könnt ihr euch über alle Dinge austauschen, die ihr vor und nach der Transplantation erlebt habt
  • dürft ihr über alles sprechen, was euch bewegt (und was Menschen ohne Transplantation vielleicht nicht verstehen können)
  • erfahrt ihr, wie ihr euch selbst etwas Gutes tun könnt. Und vor allem, wie wichtig das ist!
  • lernt ihr, wie ihr mit anderen Menschen über eure Transplantation sprechen könnt
  • Gemeinsam wollen wir also überlegen, wie euer "neues Leben" nach der Transplantation aussehen könnte

Unsere Psychologinnen und Psychologen bieten euch außerdem:

  • kindgerechte Entspannungs- und Atemübungen, Phantasiereisen und Ruheoasen. Begleitet uns auf (Ent-)Spannenden Abenteuern mit Pauli, dem Faultier
  • kindgerechte Informationen zu deinem Körper und für deine Gesundheit mit Erwin, dem kleinen Patienten

Ernährungstherapie

Ganz im Vordergrund der Ernährungstherapie steht die Informationsvermittlung. Der heranwachsende Patient wird im Rahmen von aktiven Informationseinheiten („Workshops“) und/oder Einzelbetreuung, in denen ebenfalls auf medikamentös induzierte, mögliche Nebenwirkungen wie Osteoporose oder Störungen des Fettstoffwechsels eingegangen wird, auf seine veränderte Situation vorbereitet, soweit dieses nicht in einem Vorbereitungsaufenthalt schon erfolgt ist. Zu beachten ist hier insbesondere die Auswirkung der Immunsuppression auf Auswahl und Zubereitung der Nahrung.

In spielerisch- lehrreicher Form erfahren und verstehen die kleinen Patienten, was eine gesundheitsfördernde Ernährung ausmacht. Die aktive Arbeit befähigt die Kinder zu einem sicheren Umgang mit Lebensmitteln, ermutigt und motiviert sie zugleich bisher unbekannte Nahrungsmittel und Geschmacksrichtungen zu entdecken. Eingegangen wird auch explizit auf die Auswirkung der Ernährung auf den Vitamin- und Mineralstoffhaushalt sowie auf den Blutdruck. Ebendso wird die Lebensmittelvielfalt und deren Auswirkungen auf die altersgerechte Nährstoffversorgung beachtet.

Da praktisches Lernen erfahrungsgemäß besser haften bleibt und die Nachhaltigkeit der übrigen Maßnahmen unterstützt, wird im Rahmen eines Lehrküchentrainings die praktische Umsetzung der Ernährungsempfehlungen gemeinsam mit der Ernährungstherapeutin wahrgenommen.

Dokumente und Downloads

Unser Ärzteteam

Ärztliche Leitung
PD Dr. med. Armin Thelen

Chefarzt Transplantationsmedizin, Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie und spezielle Viszeralchirurgie, Zusatzbezeichnung Ärztliches Qualitätsmanagement, Zusatzbezeichnung Sozialmedizin

Vertretung Ärztliche Leitung
Gesine Drewniok

Oberärztin Transplantationsmedizin, Fachärztin für Innere Medizin, Fachärztin für Lungen- und Bronchialheilkunde, Zusatzbezeichnung Notfallmedizin, Intensivmedizin, Allergologie und Schlafmedizin

Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin
Dr. med. Kathrin Hake

Oberärztin Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin, Zusatzbezeichnung Diabetologie und systemische Familientherapie